Unabhängiges Nachschlagewerk zur Mundgesundheit. Keine Website einer Zahnarztpraxis, keine Terminvergabe und kein Ersatz für die Untersuchung durch einen Zahnarzt. Bei starken Schmerzen, geschwollenem Gesicht, Atem- oder Schluckbeschwerden rufen Sie den Notruf: in Russland 112 oder 103, in der EU 112.

Vorbeugung

Vorbeugung

Den größten Teil der Arbeit für gesunde Zähne leisten Sie selbst – zu Hause, jeden Tag. Der Hauptbeitrag dieser Rubrik geht die häusliche Zahnpflege Schritt für Schritt durch: von der Fluoridzahnpasta bis zu Essgewohnheiten. Das ist kein Behandlungsprogramm, sondern eine Grundlage, die Ihr Zahnarzt passend zu Ihren Zähnen und Ihrem Zahnfleisch ergänzen kann.

Vorbeugung braucht keine komplizierten Rituale. Es reichen ein paar Gewohnheiten, die Sie jeden Tag wiederholen – auch wenn Sie müde sind.

— Aus der Redaktion

Bevor Sie beginnen

  • Eine Zahnbürste, mit der Sie gut zurechtkommen, und eine Zahnpasta mit Fluorid
  • Zahnseide oder Interdentalbürsten – je nachdem, was Ihr Zahnarzt empfohlen hat
  • Ein Spiegel und gutes Licht
  • Ein paar Minuten morgens und abends ohne Eile
  • Die Bereitschaft, die eigenen Essgewohnheiten ehrlich anzuschauen
  1. Putzen Sie zweimal täglich

    Morgens und vor dem Schlafengehen – so lautet die allgemeine Empfehlung der WHO und zahnärztlicher Fachverbände. Das abendliche Putzen ist besonders wichtig: Nachts fließt weniger Speichel, und die Zähne sind schlechter geschützt.

    Fiktives Beispiel: Die Zahnbürste liegt neben dem Handy-Ladegerät, damit man sie abends nicht vergisst.

  2. Wählen Sie eine Fluoridzahnpasta

    Fluorid hilft dem Zahnschmelz, Karies zu widerstehen. Welche Zahnpasta für Erwachsene und welche für Kinder geeignet ist, klären Sie besser mit dem Zahnarzt als anhand der Werbung auf der Verpackung.

    Fiktives Beispiel: Vor dem Kauf liest man die Zusammensetzung statt der Versprechen auf der Vorderseite der Schachtel.

  3. Putzen Sie etwa zwei Minuten

    Zwei Minuten reichen meist, um alle Zahnflächen zu erreichen: außen, innen und die Kauflächen. Fest aufdrücken muss man nicht – Gründlichkeit ist wichtiger.

    Fiktives Beispiel: Den Mund gedanklich in vier Bereiche teilen und jedem etwa gleich viel Zeit widmen.

  4. Ausspucken, nicht kräftig ausspülen

    Nach dem Putzen spuckt man die Zahnpasta aus, spült den Mund aber nicht mit viel Wasser. So bleibt das Fluorid länger auf der Zahnoberfläche.

    Fiktives Beispiel: Statt eines vollen Glases Wasser einfach die Zahnpastareste ausspucken.

  5. Reinigen Sie die Zahnzwischenräume

    Die Zahnbürste reinigt die Räume zwischen den Zähnen nicht vollständig. Dafür gibt es Zahnseide oder Interdentalbürsten; Technik und Größe wählen Sie am besten gemeinsam mit dem Zahnarzt oder der Dentalhygienikerin aus.

    Fiktives Beispiel: Die Zahnseide liegt neben der Zahnbürste und wird abends vor dem Putzen benutzt.

  6. Achten Sie darauf, wie oft Sie Süßes essen

    Die WHO empfiehlt, dass freie Zucker weniger als 10 % der täglichen Energiezufuhr ausmachen, für einen zusätzlichen Nutzen weniger als 5 %. Für die Zähne zählt auch, wie oft Zucker in den Mund gelangt: Häufige süße Snacks und Getränke über den Tag verteilt geben Karies mehr Chancen.

    Fiktives Beispiel: Das Dessert wird direkt nach dem Mittagessen gegessen, statt es Stück für Stück über den ganzen Abend zu verteilen.

  7. Verzichten Sie auf Tabak

    Rauchen und andere Tabakprodukte erhöhen das Risiko für Zahnfleischerkrankungen und Mundkrebs. Wenn der sofortige Verzicht schwerfällt, besprechen Sie mit Ihrem Arzt, welche Unterstützung es gibt.

    Fiktives Beispiel: Jemand sagt dem Zahnarzt bei der Kontrolle, dass er raucht, und behält gemeinsam mit ihm den Zustand des Zahnfleisches im Blick.

  8. Schieben Sie Kontrollen nicht auf

    Wie oft Sie zur Vorsorgeuntersuchung kommen sollten, legt der Zahnarzt individuell fest. Notieren Sie seine Empfehlung, damit sie nicht verloren geht.

    Fiktives Beispiel: Nach dem Besuch steht der Termin für die nächste Kontrolle sofort im Handykalender.

Typische Fehler

  • Nur morgens putzen und das abendliche Putzen auslassen
  • Den Mund direkt nach dem Putzen kräftig mit Wasser ausspülen
  • Glauben, die Zahnbürste reinige die Zahnzwischenräume von selbst
  • Ein süßes Getränk oder einen Snack über mehrere Stunden verteilen
  • Bei Zahnfleischbluten mit dem Putzen aufhören, statt zum Zahnarzt zu gehen
  • Pflegeprodukte nach großen Versprechen auf der Verpackung auswählen

Alternativen

  • Wenn Zahnseide unpraktisch ist – fragen Sie Ihren Zahnarzt nach Interdentalbürsten
  • Wenn das Putzen wegen Zahnspange oder Zahnersatz schwerfällt – lassen Sie sich von Ihrem Zahnarzt eine passende Technik zeigen
  • Wenn sich ein Kind gegen das Putzen wehrt – machen Sie daraus ein gemeinsames Ritual und putzen Sie zusammen
  • Wenn Sie zwischen den Mahlzeiten Lust auf Süßes haben – trinken Sie Wasser und essen Sie Süßes lieber zu einer Hauptmahlzeit

Checkliste

  • Ich putze meine Zähne morgens und vor dem Schlafengehen
  • Meine Zahnpasta enthält Fluorid
  • Ich putze etwa zwei Minuten und spüle danach nicht kräftig aus
  • Die Zahnzwischenräume reinige ich mit Zahnseide oder Interdentalbürsten
  • Süßes verteile ich nicht über den ganzen Tag
  • Ich weiß, wann mein Zahnarzt die nächste Kontrolle empfohlen hat

Was und wozu

WasWozuWie oft
Zähneputzen mit FluoridzahnpastaEntfernt Plaque und hilft dem Zahnschmelz, Karies zu widerstehenZweimal täglich
Reinigung der ZahnzwischenräumeEntfernt Plaque dort, wo die Zahnbürste nicht ganz hinkommtNach Empfehlung des Zahnarztes
Zahnpasta ausspucken, ohne kräftig zu spülenLässt das Fluorid länger auf den ZähnenNach jedem Putzen
Weniger süße SnacksVerkürzt die Zeit, in der Zucker auf den Zähnen istJeden Tag, als Gewohnheit
Vorsorgeuntersuchung beim ZahnarztHilft, Veränderungen zu erkennen, bevor sie Beschwerden machenIndividuell, nach Empfehlung des Zahnarztes
Professionelle ZahnreinigungEntfernt Zahnstein, den man zu Hause nicht wegbekommtNach Empfehlung des Zahnarztes
  • Themen

    Themenübersicht: Zähne und Zahnschmelz, Zahnfleisch, Kinderzähne und besondere Situationen. Hier auch der Beitragskatalog.

  • Fragen an Arzt

    Fragen, die Sie Ihrem Zahnarzt bei der Kontrolle, vor einer Behandlung und danach stellen sollten.

  • Glossar

    Begriffe aus Zahnarztpraxis und Unterlagen: Zahnschmelz, Pulpa, Plaque, Füllung, Behandlungsplan.

Quellen

  • WHO – Global Oral Health Status Report (2022)
  • WHO – Leitlinie zur Zuckeraufnahme
  • FDI World Dental Federation – Informationen für Patienten

Die Angaben entsprechen dem Stand zum Zeitpunkt der Erstellung. Empfehlungen zur Mundpflege, der Umfang zahnärztlicher Leistungen der russischen Pflichtkrankenversicherung (OMS) und die Regeln für medizinische Unterlagen können sich ändern – prüfen Sie die geltenden Vorgaben und fragen Sie Einzelheiten in der Zahnarztpraxis oder bei Ihrer Krankenversicherung nach. In anderen Ländern gelten andere Systeme.